Amputierten-Initiative e.V. - seit 1991
1. Amputierten-Initiative e.V. in Deutschland
national, international, interdisziplinär
Bundesverband für Arm- und Beinamputierte / Gefäßkranke
Gefäßerkrankungen der arteriellen Gefäße

 

Arterielle Verschlusskrankheit der Becken-Beinarterien (AVK)

Die arterielle Verschlusskrankheit (AVK) umfasst stenosierende und okkludierende Veränderungen der Aorta und der extremitätenversorgenden Arterien. Sie sind zu einem Großteil arteriosklerotisch bedingt. Entzündliche, dysgenetische und traumatische Gefäßerkrankungen treten in einer Häufigkeit von 5-10% der AVK auf. Symptomatische arteriosklerotische Durchblutungsstörungen an Armen und Händen sind wesentlich seltener als an den Beinen.

DGA-Leitlinien zur Diagnostik und Therapie der arteriellen Verschlusskrankheit der Becken-Beinarterien, Stand Juli 2001

Risikofaktoren und Symptome

Jede Veränderung an den Beinen ist ernst zu nehmen.

Die periphere Arterielle Verschlusskrankheit ist eine massiv unterschätzte, unterdiagnostizierte und untertherapierte Erkrankung. Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass 2/3 aller Menschen in Deutschland nicht wissen, dass sie bereits gefäßkrank sind.

Jede Veränderung an den Beinen ist  ernst zu nehmen.

Schaubild Entstehung der Atherosklerose
Mit freundlicher Genehmigung von "SCHERING"


Rechts oben auf diesem Model ist ein gut durchblutetes Gefäß zu sehen.
Im Inneren der Arterien sind die zahlreichen Plaques (Verkalkungen) erkennbar,
die zunehmend zu einem Verschluss = Infarkt führen können.
Um so dringlicher ist es, die Risikofaktoren, die zu Verengungen = Stenosen führen,
zu erkennen und behandeln zu lassen.

 

Ein praktischer Fall aus der alltäglichen Arbeit der Amputierten-Initiative e.V.

Kasuistik: Patient, weiblich, geb. 1961

1. Diagnose: pAVK Stadium IV

Therapie - Empfehlung vom 25.5.2007 von einer Nicht-Berliner-Klinik:
"Fortsetzung der trockenen Verbandstechnik im Bereich der rechten Großzehe um hier eine abschließende Demarkation abzuwarten. Danach ggf. Entscheidung zur Grenzzoneamputation, falls eine Spontanamputation nicht eintritt. Die Frage einer längerfristigen Beinerhaltung wurde unsererseits eher zurückhaltend beantwortet."

2. Therpaie - Empfehlung vom 13.06.2007 von derselben Klinik, nach Fortführen der Verbandstechnik:
"Die Patientin wurde ausführlich darüber aufgeklärt, dass bei noch offenem femoro - popliteralem Bypass der Versuch einer Grenzzonenamputation zwar möglich, aber mit geringem Erfolg verbunden ist. Das wiederum würde eine Majoramputation bedeuten "

3. Behandlung in einem Berliner Gefäßzentrum vom 13.07.2007

Diagnose: pAVK mit Gangrän in Dig. I und II

Therapie: "Zur Verbesserung des Gefäßstatus wurde die Patientin mit Prostavasin über 14 Tage behandelt. Röntgen des Vorfußes, betont auf den 1. Strahl, zeigte eine unspezifische Osteopenie. Basierend auf dieser Diagnostik Indikation für Bypassrevision sowie Amputation des Dig. I und II am 03.07.2007. Der operative Eingriff sowie der postoperative Verlauf stellten sich ebenso wie die reizlosen Wundverhältnisse komplikationslos dar."

Diabetischer Fuß   vachher
vorher - 27.7.07   nachher - 18.9.07

 

Ein Fall aus der Praxis der Amputierten-Initiative e.V.

Kasuistik: Patient, männlich, geb. 1935

Unser Mitglied hatte sich zur Konsultation in ein Universitätsklinikum begeben mit offenen Wunden und Schmerzen in beiden Füßen. Ulzerationen an der linken 1., 4. und 5. Zehe, scharf begrenzte rote Verfärbung des linken Fußes, Ruheschmerzen im rechten Fuß.

Die Empfehlung von der Klinik lautete, eine Wundbehandlung mit Verbandstechnik und Schmerztherapie durchzuführen.

 

Diabetischer Fuß 3   Diabetischer Fuß 2
Vor der Behandlung - 4.6.2007    

 

Die Amputierten-Initiative e.V. sorgte für die Einweisung in ein Gefäßzentrum.

Hier wurden folgende Diagnosen festgestellt: PAVK mit Ulzeration im Fontaine-Stadium IV, Infrarenales Aortenaneurysma mit diszidierendem Plaque und peripherer Embolisation.

Therapie: Aufgrund eines operativen Eingriffes nach Aortendissektion zeigte sich eine deutliche Verbesserung der Durchblutung bis in die Füße.

Sämtliche Wunden sind gänzlich geschlossen und beide Beine schmerzfrei. Das Leben von unserem Mitglied konnte gerettet werden. Ohne eine Behandlung wäre unser Mitglied verblutet.

 

 
Nach der Behandlung - 22.8.2007    

 


 

Thrombangiitis obliterans (Buerger-Syndrom), eine periphere arterielle Verschlusskrankheit

Die Thrombangiitis obliterans ist eine nicht-arteriellsklerotische, schubweise verlaufende, systemische entzündliche Gefäßerkrankung. Vornehmlich sind die peripheren Extremitätenarterien (und Venen) betroffen. Da es sich um den Befall größerer peripherer arterieller Transportgefäße handelt, wird diese Erkrankung im Zuge der pAVK abgehandelt.

Behandlung vorerst mit Prostanoiden.

Diehm, Curt in Rieger, Schoop(Hrsg.), Klinische Angiologie, S. 471

Von dieser Erkrankung sind ca. 2% aller Gefäßkranken betroffen.

 


 

Akuter Extremitätenarterienverschluß

 

Zu sehen ist ein Oberschenkelverschluß rechts - 17.10.1995