Amputierten-Initiative e.V. - seit 1991
1. Amputierten-Initiative e.V. in Deutschland
national, international, interdisziplinär
Bundesverband für Arm- und Beinamputierte / Gefäßkranke
Diabetischer Fuß

 

Der Begriff "angiopathischer diabetischer Fuß" definiert den pathologischen Sachverhalt, dass die Entwicklung einer Hautläsion bis zum fortgeschrittenen Stadium der Gangrän primär durch eine diabetische Durchblutungsstörung verursacht worden ist.

Histologisch lässt sich kein Unterschied zwischen arteriosklerotischen Gefäßveränderungen beim Diabetiker und Nicht-Diabetiker erkennen.

Fahrig, C., Heidrich, H. in W.Hepp (Hrsg.), Der diabetische Fuß

Für die Entstehung diabetischer Fußprobleme sind eine Neuropathie, Ischämie und Infektion hauptverantwortlich. Sehr häufig finden sich allerdings Mischbilder. Beim Vorliegen eines diabetischen Fußes besteht höchste Alarmstufe und absolute Notwendigkeit einen entsprechenden Spezialisten zu kontaktieren.

Die Fehleinschätzung einer anfangs oft harmlos erscheinenden Fußläsion bedroht viel zu oft nicht nur die Extremität sondern auch die Lebensqualität und Lebenserwartung des Patienten. Vor allem darf man sich nicht von fehlenden Symptomen täuschen lassen. Denn "Der diabetische Fuß schweigt", wie eine der wichtigsten Grundregeln lautet.

Gröchenig, E., in Jatros Diabetes & Stoffwechsel, Der diabetische Fuß schweigt

Nationale VersorgungsLeitlinie, Typ-2-Diabetes, Präventions- und Behandlungsstrategien für Fußkomplikationen, Juni 2006, unter Mitwirkung der Amputierten-Initiative e.V.

Das darf nicht passieren bei ständiger Beobachtung. Die Begutachtung ist sowohl vom Patienten als auch vom Arzt sorgfältig durchzuführen. Bitte keine Salben!!!

Praktische Fälle aus der täglichen Arbeit der Amputierten-Initiative e.V.

Kasuistik: Patient, weiblich, geb. 1968

     
 

 

Diagnosen:

Diabetes mellitus Typ I mit diabetischer Mikroangiopathie, Polyneuropathie, Retinopathie
Gangrän Dig I rechter Fuß

Im Krankenhaus ohne Gefäßzentrum wurde die Patientin über die chirurgische Indikation zur Amputation Dig I aufgeklärt. Diese stand der Amputation ablehnend gegenüber. Es gelang der Amputierten-Initiative e.V., die Patientin in GEfäßentrum zu bringen, in dem die chirurgische Wundtoilette, Entfernung des Nagels der Großzehe, Fortsetzung der Antibiose und PGE1-Infusionen erfolgten. Seit dem Dezember 2006 bis heute, April 2009, ist der Zeh erhalten geblieben!

Kasuistik: Patient, männlich, geb. 1928

 
Nach der Entlassung aus einem Gefäßzentrum am 21. September 2007.

 

In dem Universitätsklinikum wurden folgende Diagnosen am 6. September 2007 gestellt: zwei Ulcerationen D II linksseitig bei AVK IV Z. n. Unterschenkelamputation rechts, Diabetis mellitus Typ II. Wundbefund: Leider sehen wir heute eine Befundverschlechterung im Bereich des linken Vorfußes. Auf dem distalen Ulcus sind fibrige Beläge zu sehen, die fest sind und sich nicht abtragen lassen. Es ist eine massive Mazeration der Haut zu sehen mit starker Rötung. Behandlung: Reinigung der Wunde, Verband, Wiedervorstellung.

In derselben Klinik ist bereits im Jahr 2006 eine Unterschenkelamputation rechts durchgeführt worden. Im Arztbrief vom Unversitätsklinikum vom 21. Februar 2006 steht: es kam zur Verschlechterung der Wundsituation, so dass als ultima ratio am 15. Februar 2006 die Unterschenkelamputationen erfolgen musste.

Die Amputierten-Initiative e.V. hat das Mitglied aus der Wundsprechstunde eines Universitätsklinikums in Deutschland in ein Gefäßzentrum einliefern lassen, nachdem das Mitglied zu Recht panische Ängste bekam, kurz vor der Amputation des zweiten Beines zu stehen, nachdem das Unversitätsklinikum bereits von der zweiten Amputation sprach.

Behandlung im Gefäßzentrum seit dem 12.9.2007 : Dilatation einer hochgradigen Stenose der A. iliaca communis am Abgang links proximal. Infusionsbehandlung mit vasoaktiven Substanzen.

Das amputationsbedrohte Bein konnte somit gerettet werde

 

Therapie

Beobachten Sie dringend und regelmäßig:

 

Folgeschäden

 

Prävention

Durch frühzeitige Diagnose einer beginnenden Polyneuropathie und eine engmaschige Kontrolle - auch der Füße! - durch den behandelnden Internisten / Angiologen sowie eine frühzeitige protektive Schuhversorgung lassen sich die schwerwiegenden Folgen eines diabetischen Fußsyndroms vermeiden oder zumindest in Grenzen halten. Dafür ist eine gute "Compliance" der Betroffenen und die Teamarbeit unter Einbeziehung des Facharztes für Orthopädie und des Orthopädie-Schuhtechnikers eine wesentliche Voraussetzung.

Prof. Dr. med. Georg Neff, Vortrag: Der diabetische Fuß